Wieder führt eine Spur dreckigen Goldes in die Schweiz - Gesellschaft für bedrohte Völker

12 Jul 16

Wieder führt eine Spur dreckigen Goldes in die Schweiz

In Peru steht die grösste Goldmine Südamerikas: Yanacocha. Wiederholt ist es rund um diese Mine zu Menschenrechtsverletzungen gekommen, wie ein soeben erschienener Bericht der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) umfassend dokumentiert. Und die Goldspuren führen einmal mehr in die Schweiz: zur Raffinerie Valcambi SA, zur Credit Suisse und zur Schweizerischen Nationalbank.

«Wir haben von zahlreichen Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Todesfällen Kenntnis. Das Bergbauunternehmen Minera Yanacocha S.R.L. schüchtert seit Jahren die Bevölkerung ein – und diese leidet trotz Goldrausch unter erbärmlicher Armut», sagt Magdalena Urrejola, Kampagnenleiterin bei der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Zusammen mit der lokalen Menschenrechtsorganisation Grufides hat die GfbV in einem 30-seitigen Bericht die zahlreichen Missstände rund um die Bergbautätigkeiten in der Region Cajamarca detailliert dokumentiert – im bislang umfassendsten Bericht über die Aktivitäten im Norden Perus. Hauptbesitzer des Bergbauunternehmens Yanacocha S.R.L.ist der weltweit zweitgrösste Goldkonzern Newmont Mining Corporation. Mitaktionärin von Newmont ist die Schweizerische Nationalbank (SNB). Ihr Aktienpaket ist zwar mit 0.7 Prozent klein, und doch beteiligt sich die SNB mit über 156 Millionen Franken an einem Unternehmen, das Menschenrechte wiederholt verletzt und rücksichtslos mit der indigenen Bevölkerung in den peruanischen Anden umgeht.Die Schweiz ist zudem eine wichtige Abnehmerin des Goldes aus Peru: Rund 29 Tonnen Gold – 74% der gesamten Goldproduktion von Yanacocha – fanden letztes Jahr den Weg nach Balerna zur Valcambi SA. Laut UNO-Leitlinien müsste Valcambi garantieren, dass das Gold aus einer sozial und ökologisch verträglichen Produktion stammt. «Obwohl die Menschenrechtsverletzungen seit Jahren bekannt sind, importiert Valcambi nach wie vor Gold von Yanacocha S.R.L.», so Urrejola.Es führt aber noch eine Spur in die Schweiz: Den Verwaltungsrat der Newmont Mining Corporation mit Sitz in Denver (USA) präsidiert Noreen Doyle, eine Vorzeigefrau in der Finanzbranche, die nicht nur Präsidentin der britischen Bankenvereinigung (BBA) ist, sondern auch Vizepräsidentin der Credit Suisse. Urrejola: «Die GfbV ist enttäuscht, dass der Schweizer Finanzplatz mit einem Unternehmen verbunden ist, das die grundlegenden Richtlinien der Unternehmensverantwortung, wie die international anerkannten Ruggy-Leitprinzipien, nicht respektiert.»

Daher fordert die GfbV:

  • von der Raffinerie Valcambi SA die rigorose Sorgfaltsprüfung ihrer Geschäftspartnerin in Bezug auf Menschenrechte und Umweltzerstörung
  • von der Schweizerischen Nationalbank die Sorgfaltsprüfung sowohl für Aktienkäufe als auch für den Erwerb von Gold
  • von Noreen Doyle, dass sie kraft ihrer Position als Verwaltungspräsidentin die Respektierung der UNO-Leitlinien für Unternehmen und des Mitentscheidungsrechts für indigene Völker bei der Newmont Mining durchsetzt

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