Coronavirus: Rassismus gegen Roma wächst - GfbV

07 Apr 20
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Tag der Sinti und Roma: Das Coronavirus darf nicht zur Ausrede für die Diskriminierung von Sinti und Roma werden

Rassismus gegen Roma

In Bulgarien hetzen rechte Politiker gegen Roma und versuchen sie als Sündenbock für den Ausbruch des Virus in ihrem Land darzustellen. Mit fatalen Folgen für die Minderheit.

Die Roma hätten mit ihrer «mangelnden Disziplin» das Coronavirus eingeschleppt, liessen rechte Politiker verlauten und forderten strenge Kontrollen der Roma-Bevölkerung. In einigen Städten sind die Behörden diesen Forderungen nachgekommen und haben erste Roma-Viertel abgeriegelt, weitere sollen folgen. Dadurch sind aktuell etwa 50’000 Roma abgeschnitten von medizinischer Grundversorgung. Zum Teil können auch die Lebensmittelversorgung und der Zugang zu sauberem Trinkwasser nicht mehr gewährleistet werden. Der deutsche Zentralrat Sinti und Roma fürchtet neben Hunger und Wasserknappheit aber auch die steigende Gewaltbereitschaft gegenüber der Minderheit und warnt vor Pogromen.

«Die Massnahmen der bulgarischen Behörden sind diskriminierend und basieren auf haltlosen Anschuldigungen,» sagt Angela Mattli, Kampagnenleiterin der GfbV. «Die Krise wird missbraucht, um offen rassistisches Verhalten zu rechtfertigen.» Anstatt dass die verletzlichen Minderheiten besonders geschützt werden, sind sie durch solche «Schutzmassnahmen» zusätzlich bedroht. Und das leider nicht nur in Bulgarien: In mehreren osteuropäischen Ländern nutzen nationalistische Politiker die Krise zu ihren Zwecken.

Auch die Schweiz muss handeln

Ein Blick in die Schweiz zeigt, dass auch hier viele Sinti, Roma und Jenische vor einer grossen Herausforderung stehen. Viele haben ihre Arbeit verloren und blicken in eine ungewisse Zukunft. Zudem erschwert der Mangel an Plätzen die Einhaltung der BAG-Empfehlungen. Hinzu kommt, dass einige Plätze aufgrund der Krise gar nicht erst geöffnet werden. Als Gründe werden oft die mangelhafte Infrastruktur und sanitären Anlagen genannt. Wir fordern Bund und  Kantone auf, endlich dafür zu sorgen, dass genügend Plätze geschafft werden und die Infrastruktur so zu optimieren, dass die Plätze auch in Krisenzeiten genutzt werden können. Ebenso sollen die versprochenen wirtschaftlichen Unterstützungsprogramme auch fahrenden Jenischen und Sinti zu Gute kommen.

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