UN-Forum: Machtgefälle zwischen Unternehmen und Indigenen

29 Nov 22
News

Grosses Machtgefälle zwischen Unternehmen und Indigenen

Menschenrechtsaktivist Rodion Sulyandziga spricht am UN-Forum in Genf.

Bild: Menschenrechtsaktivist Rodion Sulyandziga spricht am UN-Forum in Genf. Foto: Tabea Willi

Der russische Menschenrechtsaktivist Rodion Sulyandziga kritisiert in seiner Rede an der UNO Unternehmen und Staaten. Diese würden die Indigenen und ihre Rechte zu wenig schützen.

Es bestehe noch ein grosses Machtungleichgewicht zwischen Unternehmen und indigenen Gemeinschaften. Das sagt Rodion Sulyandziga am 29. November 2022 bei seiner Rede am UN-Forum zu Wirtschaft und Menschenrechten (alle Infos dazu hier) in Genf. Der russische indigene Menschenrechtsaktivist und GfbV-Partner ist als Delegierter in Genf anwesend.

Obwohl die Indigenen auf dem Papier mehr Rechte bekommen hätten, sei die Verteidigung ihrer Territorien für indigene Aktivist:innen noch immer hochgefährlich und teilweise sogar lebensgefährlich, sagt Sulyandziga. «A right delayed is a right denied». Ein Recht, das in die Zukunft verschoben werde, sei ein verwehrtes Recht, heisst dies sinngemäss. Indigene stehen von allen Seiten unter Druck – nicht zuletzt von internationalen Rohstoffkonzernen, sagt Sulyandziga im UN-Plenum. Gleichzeitig seien die indigenen Gemeinschaften auch von den guten Absichten der Regierungen abhängig. Indigenenrechte seien aber keine Wohltätigkeiten, sondern es seien Rechte, die Indigenen von Geburt an zustehen. Doch die Staaten seien oft nicht fähig, wirksame und verbindliche Mechanismen zu schaffen, um indigene Gruppierungen zu schützen, kritisiert Rodion Sulyandziga. So seien es die Indigenen selbst, welche die Projekte von Konzernen auf den eigenen Territorien verhindern müssten. Dabei seien sie immer wieder erfolgreich.

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