Ukraine-Krieg: Russische Indigene melden sich aus dem Exil zu Wort

14 Mrz 22
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Ukraine-Krieg: Russische Indigene melden sich aus dem Exil zu Wort

Moskau, Ende Februar 2022: Polizisten halten eine Demonstrantin gegen den Krieg fest. Foto: Konstantin Lenkov/Shutterstock

«Wir, die Vertreter der indigenen Völker des Nordens, Sibiriens und des Fernen Ostens, die sich unfreiwillig ausserhalb Russlands befinden, sind entsetzt über den Krieg, den Präsident Putin gegen die Ukraine entfesselt hat»: So lautet der Beginn eines öffentlichen Statements, das russische Indigene im Exil veröffentlicht haben. «Wir, als Vertreter:innen der indigenen Völker Russlands, bringen unsere Solidarität mit dem ukrainischen Volk in seinem Freiheitskampf zum Ausdruck und sind äusserst besorgt betreffend die Durchsetzung der Rechte der indigenen Völker in Kriegszeiten in der Ukraine, einschliesslich des von Russland widerrechtlich besetzten Gebiets der Krim.» Auch die Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz und Deutschland verurteilen den Krieg gegen die Ukraine aufs Schärfste, der immer mehr Menschenleben fordert.

Während sich die Lage für die ukrainische Zivilbevölkerung im Krieg zusehends verschärft, nimmt gleichzeitig der politische Druck in Russland stetig zu. Seit dem Ausbruch des Krieges werden die letzten unabhängigen Stimmen Schlag auf Schlag zum Schweigen gebracht. Die sich jetzt zuspitzende Repression nahm schon im vergangenen Jahr stetig zu.  «Viele sind gezwungen, das Land zu verlassen, um nicht inhaftiert oder aufgrund absurder Anschuldigungen verurteilt zu werden“, sagt Pavel Sulyandziga, Präsident der Indigenen-Organisation Batani Foundation. So war schon vor geraumer Zeit die indigene Organisation RAIPON (Russische Assoziation der indigenen Völker des Nordens, Sibiriens und des Fernen Ostens der Russischen Föderation) mit ausschliesslich staatstreuen Mitgliedern besetzt worden, während die ehemaligen Mitglieder teils ins Exil flüchteten.

In ihrer Stellungnahme grenzen sich die russischen Indigenen im Exil scharf ab von der staatlich gestützten Organisation RAIPON, die vor wenigen Tagen in einer Erklärung Präsident Putin unterstützte. Unter dem Namen «Internationales Komitee für den Schutz der Rechte der indigenen Völker Russlands» wollen die indigenen russischen Aktivist:innen im Exil darum eine neue, unabhängige Organisation gründen.

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Zum Statement in Englisch und Russisch

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Moskau, Ende Februar 2022: Polizisten halten eine Demonstrantin gegen den Krieg fest. Foto: Konstantin Lenkov/Shutterstock

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