Gold an der Baselworld: Mehr Sorgfalt seitens der Goldraffinerien und Uhren- und Schmuckhersteller gefordert – Gesellschaft für bedrohte Völker

26 Mrz 14

Gold an der Baselworld: Mehr Sorgfalt seitens der Goldraffinerien und Uhren- und Schmuckhersteller gefordert

Anlässlich der Eröffnung der Baselworld, der weltgrössten Schmuck- und Uhrenmesse, hat heute die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Bericht über die Rolle der Schweizer Goldraffinerien bei der Verarbeitung von Gold aus Peru veröffentlicht. Anhand von detaillierten Exportlisten kann die GfbV aufzeigen, welche Schweizer Raffinerie wieviel Gold von welchen Produzenten in Peru bezogen hat. Rund die Hälfte des peruanischen Goldes wird in der Schweiz verarbeitet – zu einem grossen Teil stammt dieses Gold von problematischen Produzenten: Beim Abbau werden Menschenrechte verletzt und die Umwelt verschmutzt. Die GfbV fordert eine umfassende Sorgfaltspflicht der Raffinerien und der Uhren- und Schmuckhersteller: «Schmutziges Gold» soll künftig nicht mehr importiert und in der Schweiz verarbeitet werden.

Morgen Donnerstag öffnet die Baselworld ihre Tore. An diesem weltweit grössten Branchen-Event der Uhren- und Schmuckindustrie stellen gegen 1‘500 Aussteller aus 40 Ländern ihre Produkte aus. In vielen der ausgestellten Schmuckstücke und Uhren wurde Gold verarbeitet – mutmasslich auch «schmutziges Gold». Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) veröffentlicht anlässlich der Baselworld einen neuen Bericht zum Goldabbau in Peru. Darin weist die Menschenrechtsorganisation auf die besondere Verantwortung der Abnehmer von Rohgold – den Goldraffinerien – hin: Gold wird oft unter Einsatz von hochgiftigen Substanzen wie Zyanid oder Quecksilber abgebaut, mit immensen Schäden für die Umwelt und die BewohnerInnen der Goldabbau-Gebiete. Proteste der Lokalbevölkerung gegen Grossminenprojekte werden immer wieder auch mit Gewalt unterdrückt.

Die detaillierten Exportlisten der peruanischen Zoll- und Finanzbehörden, zu denen die GfbV Zugang hat, zeigen auf, dass rund die Hälfte aller Goldexporte aus Peru in die Schweiz geliefert und hier in einer der vier grossen Goldraffinerien verarbeitet werden. Darunter befindet sich auch Gold aus sehr umstrittenen Quellen. So importiert die Tessiner Raffinerie Valcambi den grössten Teil des Goldes aus der Problemmine Minera Yanacocha im peruanischen Cajamarca. Im Sommer 2012 kamen dort anlässlich von Protesten der Lokalbevölkerung fünf Menschen ums Leben. Die Schweizer Raffinerien Metalor und Pamp verarbeiteten auch Gold aus der Region Madre de Dios. Dort wird die Umwelt durch die meist illegale und zerstörerische Goldwäscherei unter Verwendung von Quecksilber massiv verschmutzt. Die Exportzahlen der peruanischen Zoll- und Finanzbehörden zeigen, dass die Raffinerien Metalor und Pamp die Goldimporte von drei der umstrittensten Firmen, der UMT, der AS Peru und der E&M, stoppten. Allerdings erst, nachdem peruanische Medien auf die verheerende und teils illegalen Aktivitäten dieser Firmen hinwiesen. Das zeigt: Es mangelt den Raffinerien noch an einer umfassenden und wirkungsvollen Sorgfaltspflicht, die den Bezug von «schmutzigen» Gold verhindert.

Die GfbV fordert daher die Goldraffinerien sowie die Uhren- und Schmuckhersteller auf, eine umfassende Sorgfaltsplicht beim Bezug von Gold anzuwenden und auf «schmutziges» Gold zu verzichten. Zudem sollen sie die Herkunft des Goldes offenlegen, einschliesslich der Namen der Exporteure und Produzenten.

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