GfbV fordert Ende der Gewalt durch peruanische Goldmine Yanacocha - Gesellschaft für bedrohte Völker

11 Feb 15

GfbV fordert Ende der Gewalt durch peruanische Goldmine Yanacocha

Am Morgen des  3. Februars 2015 drang eine Gruppe Personen (Polizisten der peruanischen Nationalpolizei, private Sicherheitskräfte und Angestellte der Firma Yanacocha) auf das Grundstück von Máxima Acuña de Chaupe in der Region Cajamarca und zerstörte ihr Hab und Gut. Diese Handlungen wurden begleitet von Einschüchterungen, wie auch Drohschüssen und körperlichen Tätlichkeiten gegen die anwesende Bäuerin Máxima Acuña de Chaupe, rechtmässige Besitzerin des Landes, ihren Mann und weiteren vier befreundeten Personen. Sollten sich die Schilderungen der mutmasslichen Opfer als richtig erweisen, so ist dies eine unverhältnismässige und rechtswidrige Anwendung von Gewalt gegenüber mittellosen Bauern.

Die Ereignisse vom 3. Februar stehen in Zusammenhang mit dem Verfahren Yanacocha versus Máxima Acuña de Chaupe, das die Klage der Mine gegen die Bäuerin wegen Usurpation zum Inhalt hatte. Am 17. Dezember verlor der grösste Goldproduzent Perus, Yanacocha, den Prozess gegen Máxima. Das Appellationsgericht von Cajamarca erachtete die Besitzurkunden von Frau Acuña als glaubwürdiger als die Besitzansprüche der Mine Yanacocha und erklärte die Bäuerin damit zur rechtmässigen Besitzerin des Landes.

Mit dem Eindringen in Privatbesitz, dem erneuten Übergriff und der Zerstörung des sich in Bau befindenden Hauses der Familie Chaupe widersetzt sich die Mine Yanacocha der Rechtssprechung und verletzt die grundlegenden Rechte der Betroffenen. Zynischerweise schreibt die Firma in einer Medienmitteilung, sie hätte „einen Akt der Besitzverteidigung“ unternommen und ignoriert damit das oben erwähnte Urteil.
Yanacocha hat die Freiwilligen Prinzipien für Sicherheit und Menschenrechte unterzeichnet, womit sich das Unternehmen verpflichtet, bei der Wahrung ihrer Sicherheit und Interessen die Menschenrechte einzuhalten und zu respektieren. Mit grosser Sorge beobachten wir die gegenwärtige Eskalation, insbesondere im Wissen um den Vertrag der Mine mit der Nationalpolizei, der die Mitfinanzierung der Polizeieinsätze von Yanacocha zum Inhalt hat. Als Auftraggeberin der polizeilichen Eingriffe steht die Mine klar in der Verantwortung.

Gemäss Recherchen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wird rund 70% des Goldes, das Yanacocha exportiert, in der Schweizer Raffinerie Valcambi raffiniert. Für das Image und die Glaubwürdigkeit der Schweiz ist die Tatsache, dass ein nationales Unternehmen Geschäfte mit Firmen betreibt, die Menschenrechtsverletzungen begehen, nicht von Vorteil.

Wir fordern von der Schweizer Regierung, sich für die Aufklärung der Ereignisse einzusetzen und dafür zu sorgen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Zudem soll die Regierung im Sinne der vom Aussendepartement in Kraft gesetzten Schweizer Richtlinien zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger/innen bei der peruanischen Regierung vorstellig werden.

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