Die Schweiz steht in der Verantwortung: «No dirty gold!» – Gesellschaft für bedrohte Völker

04 Dez 12

Die Schweiz steht in der Verantwortung: «No dirty gold!»

Das Goldgeschäft ist ein schmutziges Geschäft. Multinationale Bergbaukonzerne bauen das Gold in ihren Minen oft gegen den Widerstand der lokalen Bevölkerungen ab. Der Goldabbau verschmutzt die Umwelt und entzieht so der oft indigenen Bevölkerung die Lebensgrundlage. Eine zentrale Rolle im internationalen Goldgeschäft spielt auch die Schweiz. Sie verarbeitet rund ein Drittel des weltweit geförderten Goldes. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert, dass die Schweiz ihre Verantwortung wahrnimmt und dafür sorgt, dass nur noch Gold in Umlauf gebracht wird, das unter Wahrung der Menschenrechte und von Umweltstandards abgebaut wurde.

Das Goldbusiness ist ein lukratives Geschäft – und eines der schmutzigsten Rohstoffgeschäfte überhaupt. Multinationale Bergbaukonzerne nehmen wenig Rücksicht auf die örtliche, oft indigene Bevölkerung. Immer wieder kommt es im Zusammenhang mit dem Goldabbau zu Zerstörung der Lebensgrundlagen durch Umweltverschmutzung und zu gravierenden Menschenrechts-verletzungen. Auch Schweizer Rohstoffunternehmen verdienen am Goldabbau mit.

Verantwortung der Schweiz im Goldgeschäft
Die Schweiz spielt im internationalen Goldgeschäft eine zentrale Rolle. Mindestens ein Drittel des weltweit geförderten Goldes wird in einer der vier Schweizer Gold-Raffinerien verarbeitet. Kein anderes Land führt jährlich soviel Gold ein und aus wie die Schweiz. Der Finanzplatz Zürich mit seinen international tätigen Banken ist neben London nach wie vor der wichtigste Goldumschlagsplatz. Zudem befinden sich in der Schweiz weltweit führende Hersteller von Luxusuhren und Schmuck. Kurz: Die Schweiz ist der wichtigste Player in der Goldverarbeitung und im Goldhandel.

„Schmutziges Gold“ landet immer wieder auch in der Schweiz und wird in einer der vier Schweizer Gold-Raffinerien verarbeitet. Die Tessiner Raffinerie Valcambi beispielsweise verarbeitet Gold aus der Newmont-Mine «Yanachocha» nahe der peruanischen Stadt Cajamarca. Dort wurden im vergangenen Juli fünf Menschen bei Protesten gegen die Erweiterung der Mine getötet – die örtliche Polizei handelte dabei im Auftrag des Minenunternehmens, wie Recherchen des ARD-Weltspiegels ergeben haben. Zudem verarbeiten laut SonntagsZeitung sowohl die Tessiner Raffinerie PAMP SA als auch die Neuenburger Goldschmiede Metalor SA Gold aus illegalen Abbaugebieten im peruanischen Madre de Dios.

Die Schweiz hat als weltweit wichtigste Drehscheibe im Goldhandel eine besondere Verantwortung. „Dank ihrer Marktstellung verfügt die Schweiz über die nötige Macht, um einen zentralen Beitrag zur Verbannung von schmutzigem Gold zu leisten. Sie kann so dafür sorgen, dass nur noch Gold in Umlauf gebracht wird, bei dessen Abbau die Menschenrechte eingehalten und Umweltstandards erfüllt werden“, sagte Eva Schmassmann, GfbV-Campaignerin, heute an der Medienkonferenz in Bern. Die GfbV sammelt derzeit Unterschriften für eine Petition, die dies von Bundesrat und Parlament fordert.

Auch Nationalrat Cédric Wermuth forderte, dass die Schweiz endlich verbindliche Massnahmen gegen das Geschäft mit schmutzigem Gold ergreift: „Es darf doch nicht sein, dass Schweizer Firmen am Geschäft mit Gold verdienen, ohne die Menschenrechte und den Umweltschutz am Abbauort zu respektieren.“ Cédric Wermuth wird sich im Parlament dafür einsetzen, dass kein schmutziges Gold mehr in die Schweiz gelangt.

Kampagne

Story

Berichte

Medienmitteilungen