Amazonas-Indigene fordern in Genf ihre Rechte ein - Gesellschaft für bedrohte Völker

13 Jul 17

Amazonas-Indigene fordern in Genf ihre Rechte ein

Im Amazonas-Regenwald leben unzählige indigene Völker, doch ihre Lebensgrundlagen sind bedroht. Die Gesellschaft für bedrohte Völker begleitet derzeit in Genf drei Delegationen von Indigenen-Vertretern aus Brasilien und Peru, um die Dringlichkeit ihrer Anliegen bei UNO, Wirtschaft und Politik aufzuzeigen.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und Aquaverde begleiten in Genf drei Delegationen von Indigenen-Vertretern aus Brasilien und Peru, damit diese ihre Anliegen bei UNO, Wirtschaft und Politik vorbringen können. Gemeinsam mit Aquaverde und der peruanischen Indigenen-Organisation FENAMAD organisiert die GfbV zwei Veranstaltungen.

„Wenn Naturschutz Indigene bedroht“

Im Park Manu in der peruanischen Amazonas-Region Madre de Dios schränkt eine Naturschutzpolitik ohne Einbezug der lokalen Bevölkerung die Lebensgrundlagen der indigenen Gemeinschaften und ihre Selbstbestimmung stark ein. Die Regelung betreffend Fischen, Jagen und weiteren überlebensnotwendigen Aktivitäten entsprechen in keiner Weise den Grundbedürfnissen und der Lebensweise der indigenen Bevölkerung. Somit kommt es im Park zu einem Konflikt zwischen Naturschutz und Indigenenrechten. FENAMAD strebt einen Naturschutz an, der auf den kollektiven Rechten der lokalen Gemeinden aufbaut. „Wir sind in die Schweiz gekommen, um unsere Rechte einzufordern und den Dialog zu suchen“, sagt Mauro Metaki, Präsident der Indigenengemeinde Tayakome.

Podiumsgespräch „Wenn Naturschutz Indigene bedroht“
Donnerstag, 13.Juli um 19.30, Maison internationale des associations, Genf
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„Indigene fordern Schutz des Amazonas“

In Brasilien sind die Territorien der indigenen Gemeinschaften der Yanomami und der Paiter Surui von Umweltzerstörung und Rohstoffabbau massiv betroffen. Mit der Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes verschwindet auch der Lebensraum der lokalen Bevölkerung. Zudem will die neue brasilianische Regierung unter Präsident Temer die Schutzgebiete für Indigene reduzieren und für die industrielle Nutzung öffnen – ohne Zustimmung der betroffenen indigenen Bevölkerung. Seit Jahren engagieren sich Häuptlinge wie Davi Kopenawa Yanomami für den Schutz ihrer indigenen Schutzgebiete in Brasilien. „Der Abbau von Gold bringt Zerstörung, vergiftet die Flüsse und macht unser Volk krank“, so Davi Kopenava Yanomami.

Podiumsgespräch „Indigene fordern Schutz des Amazonas“
Freitag, 14. Juli um 18.30, Musée d’ ethnographie de Genève (MEG)
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Weitere Informationen:
Zu Brasilien: Auf http://amazonas.gfbv-schweiz.ch berichtet GfbV-Geschäftsleiter Christoph Wiedmer mit einem Blog über seine Reise mit den Indigenen-Vertretern von Brasilien bis in die Schweiz und nach Paris.
Informationen über die Surui und Aquaverde: www.aquaverde.org, www.surui.org

Kontakt bei der GfbV

Julia Büsser - Kampagnenleiterin Wirtschaft & Indigenenrechte
+41 (0) 31 939 00 13
julia.buesser@gfbv.ch

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