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Gesellschaft für bedrohte Völker

Factsheet Uiguren

Siedlungsgebiet:


 
Vorwiegend im uigurischen autonomen Gebiet Ostturkestan (Xinjiang) im Nordwesten Chinas. Grössere uigurische Gemeinschaften gibt es auch in Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan, der Mongolei, in Afghanistan und in der Türkei.
Bevölkerung:
 
Ca. 8 Mio., entspricht ca. 0,59% der chinesischen Bevölkerung, (Stand 2009).
Sprache: Uigurisch
Religion: Sunnitischer Islam
Diaspora:


 
In Europa leben ungefähr 2‘000 Uiguren. Das hiesige Zentrum der uigurischen Diaspora ist München/Deutschland. Aber auch in Pakistan, Indonesien, Australien, Taiwan und Saudi-Arabien leben nennenswerte Diasporagruppen. In der Schweiz gibt es ca. 70 uigurische Familien.


Menschenrechtslage

In den vergangenen 20 Jahren hat die chinesische Regierung in Ostturkestan (Xinjinag) eine Assimilationspolitik betrieben, die regelmässig verschärft wird. Hunderttausende Han-Chinesen wurden nach Ostturkestan umgesiedelt, was zur Folge hatte, dass die Uiguren in ihrer Heimat zu einer Minderheit wurden (sog. Sinisierung). Zehntausende junge uigurische Frauen wurden hingegen, oftmals gegen ihren Willen, nach Westchina geschickt, wo sie zu widrigsten Bedingungen als billige Arbeitskraft ausgenutzt werden.

Die Möglichkeit, in politischen Fragen mitzuentscheiden, ist heute für Uiguren marginal. Alle wichtigen Behördenstellen und die meisten gutbezahlten Stellen bei Firmen sind mit Han-Chinesen besetzt. Die uigurische Sprache wird seit einigen Jahren zunehmend aus dem Bildungssystem verdrängt, anstatt Uigurisch wird in Schulen und Universitäten nur noch Chinesisch unterrichtet. Kultur und Identität der Uiguren drohen zu verschwinden. Auch die in der chinesischen Verfassung festgehaltene Religionsfreiheit wird in Ostturkestan nicht eingehalten. Seit dem Terroranschlag vom 11. September 2001 ist die Glaubensfreiheit für Muslime im Nordwesten Chinas im Rahmen des „Antiterror-Kampfes“ massiv eingeschränkt.

Chinas Behörden sind für schwere Menschenrechtsverletzungen in Ostturkestan verantwortlich. Wer sich für die Rechte der Uiguren einsetzt, riskiert lange Haftstrafen, Folter und Tod. Keine andere ethnische Gruppe in der Volksrepublik leidet so sehr unter der willkürlichen Verhängung und Vollstreckung der Todesstrafe sowie unter der Repression durch die chinesischen Sicherheitskräfte. Erklärbar ist diese massive Verfolgung mit der grossen wirtschaftlichen, strategischen und politischen Bedeutung Ostturkestans für die Volksrepublik China: Die an Rohstoffen wie Öl und Erdgas reiche Provinz ist heute eine der Garantinnen des wirtschaftlichen Erfolgs der aufstrebenden Weltmacht China.

Im Juli 2009 kam es zu Protesten von Uiguren in Ürümqi, der Hauptstadt von Ostturkestan, sowie in verschiedenen weiteren grösseren Städten. Diese wurden von chinesischen Sicherheitskräften brutal niedergeschlagen. Die chinesischen Behörden verweigerten jede unabhängige Untersuchung der Ereignisse. In der Folge wurden Hunderte von Protestierenden inhaftiert und ohne Prozess teilweise monatelag festgehalten. Einige sind inzwischen in Schnellverfahren zum Tod verurteilt und hingerichtet worden.


Forderungen der GfbV
  • Freilassung aller politischen Gefangenen und Garantie für faire Gerichtsverfahren
  • Stop der forcierten Sinisierung Ostturkestans
  • Religionsfreiheit und Gewährleistung der kulturellen Rechte wie des Gebrauchs der eigenen Sprache
  • Echte Mitsprache der Uiguren in Behörden und Politik
  • Beteiligung der Uiguren am wirtschaftlichen Profit aus der Rohstoffförderung in Ostturkestan


Xinjiang (Uiguren) auf einer größeren Karte anzeigen


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