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Gesellschaft für bedrohte Völker

Factsheet indigene Waldvölker Zentralafrikas (Pygmäen)

Siedlungsgebiet:

 
In Regenwaldgebieten in Zentralafrika, in Ländern wie der Zentralafrikanischen Republik, der demokratischen Republik Kongo, der Republik Kongo, Ruanda, Uganda, und Kamerun.
Bevölkerung:

Ca. eine halbe Million im Kongobecken, insgesamt sind es 26 verschiedene Gruppen von Pygmäen. Die Anzahl entspricht zwischen 0,3-1% der jeweiligen Bevölkerung. Es gibt keine genauen Erhebungen.
Sprache: Verschiedene
Religion:
 
Vorwiegend Animismus. Im spirituellen Leben spielt der Wald eine zentrale Rolle.


Menschenrechtslage

Der Begriff „Pygmäen“ wird von den Angehörigen dieses Volkes teilweise als diskriminierend empfunden, von einigen jedoch auch verwendet. Einige verwenden auch den Begriff Waldvölker. Er eignet sich als Sammelbegriff für eine Gruppe verschiedener, geografisch separater indigener Völker im äquatorialen Afrika, welche gemeinsame sozio-kulturelle Praktiken wie Jagen und Sammel teilen und eine recht egalitäre Gemeinschaft pflegen. Im Kongobecken leben über 26 verschiedene Pygmäengruppen. Die Sicherung ihres Lebensunterhaltes sowie die Ausübung ihrer Kultur sind aufs Engste mit dem tropischen Regenwald verknüpft.

Die Pygmäen stehen einer Vielzahl von Problemen gegenüber, welche ihre Lebensweise fundamental bedrohen. Am schwerwiegendsten ist, dass sie keinen rechtlichen Anspruch auf das Land haben, welches sie oft seit vielen hundert Jahren bewohnen und nutzen und welches für ihr Überleben zentral ist. Wegen der fehlenden rechtlichen Anerkennung von Landrechten auf nationaler Ebene sind schon viele Gemeinschaften aus ihren Gebieten vertrieben worden, z.B. wegen der Errichtung von Naturschutzparks oder grossen Agrounternehmen. Sie wurden dafür kaum entschädigt und leben in Armut am Rande des ehemals von ihnen bewohnten Waldes.

Andere indigene Gemeinschaften haben wegen der industriellen Holznutzung nur noch einen stark beschränkten Zugang zu ihren oft stark degradierten Wäldern. Zudem wurden vielerorts Krankheiten eingeschleppt, gegen welche ihr Immunsystem nicht funktioniert, und das Wild wurde vertrieben.

Die Pygmäen sind auch generellen Diskriminierungen ausgesetzt. Sie werden von der Mehrheitsbevölkerung der Bantu oft nicht als vollwertige Menschen angesehen und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse zwischen den beiden Gruppen sind immer noch verbreitet.

Die Pygmäen werden auch kaum in politische Prozesse einbezogen; Hintergrund bilden die allgemeine Diskriminierung, aber auch die oft fehlende Schulbildung.

Die staatliche Anerkennung der Pygmäen als indigenes Volk könnte eine bessere Respektierung ihrer Rechte unterstützen. Bis jetzt haben aber erst wenige afrikanische Länder die Waldbevölkerung als indigene Völker anerkannt.

Forderungen der GfbV
  • Selbstbestimmung der Pygmäen über ihre eigene Entwicklung.
  • Einholung der freien, vor der Nutzung und auf umfassender Information beruhender Zustimmung der Pygmäen vor der Nutzung der traditionell von ihnen bewohnten Gebiete durch Dritte (z.B. Rohstofffirmen). Die Zustimmung darf von den Pygmäen auch verweigert werden.


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