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Gesellschaft für bedrohte Völker

Afghanistan: Stärkung der Menschenrechte und der Zivilgesellschaft

Übersicht

Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Afghanistan Schauplatz von schweren Konflikten. Seit dem Fall der Taliban in 2001 wird mit immensen internationalen und nationalen Anstrengungen versucht, einen demokratischen Staat aufzubauen. Dazu ist die Mitbeteiligung einer aktiven und fähigen Zivilgesellschaft unabdingbar. Der langandauernde Konflikt hat aber die Herausbildung einer aktiven Zivilgesellschaft stark behindert.

Zudem ist es zu schwersten Menschenrechtsverletzungen gekommen, die teilweise bis heute andauern. Dadurch ist das Vertrauen der Zivilbevölkerung in den Staat massiv unterminiert und das Zusammenleben der verschiedenen ethnischen Gemeinschaften erschwert worden. 

Um die Zivilgesellschaft zu befähigen, ihre Rolle bei der Wahrung der Menschenrechte erfüllen zu können, wurde in 2004 ein Netzwerk aus Zivilgesellschafts- und Menschenrechtsorganisationen gegründet (CSHRN), welches heute aus 70 Organisationen besteht und über Koordinationsbüros in Kabul und vier regionalen Zentren verfügt.

2010 wurde das Projekt beendet. Das Netzwerk verfügt nun über die nötigen Kapazitäten für eine unabhängige Arbeit.


Projektdauer: 2004 - 2010
Partnerorganisationen:
 
Civil Society and Human Rights Network (CSHRN); Danish Institute for Human Rights (DIHR)
Trägerschaft:
 
Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit Schweiz; Dänisches Aussenministerium
Kontaktperson bei der GfbV: Christoph Wiedmer, Tel direkt: 031 939 00 01, christoph.wiedmer@gfbv.ch



Ziele

Das Netzwerk will eine fähige Menschenrechtsbewegung etablieren und erhalten und den Respekt für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit in Afghanistan erhöhen.
Um zu diesem Oberziel beizutragen, hat sich das Netzwerk für die Projektphase 2009 – 2011 die folgenden Ziele gesetzt:

  • CSHRN als professionelles und nachhaltiges Menschenrechtsrechtsnetzwerk für Koordination und Kooperation zwischen Menschenrechtsorganisationen konsolidieren
  • Die Kapazitäten der Mitgliederorganisationen in den Bereichen Menschenrechte und institutionelle Kapazitäten stärken, so dass die Mitgliederorganisationen den Respekt für die Menschenrechte in ihren Einflussgebieten effektiv verbessern können
  • Das öffentliche Bewusstsein über Menschenrechte sowie den öffentlichen Dialog über deren Umsetzung zu stärken
  • Das Recht der BürgerInnen auf den Zugang zu Information über die öffentlichen Belange des Staates gesetzlich verankern
  • Die Gewalt an Frauen in der Region von Herat vermindern

Aktivitäten

Seit 2004 hat die GfbV mit CSHRN und DIHR zusammengearbeitet, um die Menschenrechte und die Zivilgesellschaft in Afghanistan zu stärken. Die GfbV hat sich vor allem auf die direkte fachliche Unterstützung des Netzwerkes konzentriert, während DIHR für das gesamte Programmanagement verantwortlich war.

Für die GfbV stand zuerst die Entwicklung eines Menschenrechtshandbuches für den spezifischen Kontext in Afghanistan im Zentrum der Zusammenarbeit. Dann lag der Fokus vermehrt auf der Ausbildung und Begleitung vom CSHRN im Projektmanagement, der Unterstützung bei der Planung von Advocacy Initiativen wie z.B. der Beschränkung der Gewalt gegen Frauen, und der Gleichstellung zwischen Männern und Frauen innerhalb des Netzwerkes. Diese Unterstützung wurde durch regelmässige Aufenthalte von GfbV Mitarbeiterinnen beim Netzwerk in Afghanistan sowie einen engen Kontakt von der Schweiz aus gewährleistet.

Nach fast sieben Jahren wird diese Art von Zusammenarbeit beendet, da das Netzwerk nun über die nötigen Kapazitäten für eine unabhängige Arbeit verfügt. Die GfbV wird sich aber weiterhin wann immer möglich für die Rechte der Minderheiten in Afghanistan einsetzen und mit dem Netzwerk bleiben in Kontakt bleiben.

Betroffene

Bevölkerung: Ca. 29 Mio. (2008)
Bevölkerungsanteile:
 
42% Paschtunen, 27% Tatschiken, 10% Hazara, 10% Usbeken, 11%Andere
Religion: Vorwiegend Muslimisch; 80% sunnitisch, 20% schiitisch
Sprache:

 
Amtssprachen: Dari (Persisch), Paschtu;
Usbekisch, Turkmanisch, Belutschisch, Pashai und Nuristani sind offiziell anerkannt
Diaspora: V.a. im Iran und Pakistan, aber auch in Europa und USA



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