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Gesellschaft für bedrohte Völker

Anlässlich der Xstrata-GV in Zug protestierten peruanische und kolumbianische Betroffene sowie Schweizer NGOs gegen Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen

01.05.2012
Anlässlich der Generalversammlung des Rohstoffmultis Xstrata in Zug, haben sich die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), MultiWatch sowie die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien (ask!) heute gemeinsam mit einer peruanischen und einer kolumbianischen Delegation an die Aktionärinnen und Aktionäre von Xstrata gewendet. Unter dem Motto „Wir schauen hin!“ begrüssten 30 Aktivistinnen und Aktivisten als Augen verkleidet die Delegierten, und wiesen sie auf Menschenrechtsverletzungen in Xstrata-Minen in Peru und Kolumbien hin.
In Peru fördert die Gesellschaft Xstrata Tintaya Kupfer und Gold. Am 24. November 2011 reichte der Bürgermeister der peruanischen Andenprovinz Espinar, Oscar Mollohuanca, Strafanzeige gegen Xstrata Tintaya wegen Umweltverschmutzung und Gesundheitsgefährdung ein. Unabhängige Untersuchungen in der Region haben ergeben, dass der Gehalt an Schwermetallen im Trinkwasser die Grenzwerte um ein Mehrfaches übersteigt. Auch wurden wiederholt auftretende Fehlgeburten und Missbildungen bei Tieren dokumentiert.

In Kolumbien kommt es durch die Mine Cerrejón, an der Xstrata zu einem Drittel beteiligt ist, zu Umweltverschmutzungen und unfreiwilligen Umsiedlungen der traditionell von Landwirtschaft, Jagd und der Fischerei lebenden lokalen Gemeinschaften. Obwohl Kolumbien die ILO-Konvention 169 ratifiziert und in die nationale Gesetzgebung übernommen hat, und trotz den Versprechungen des Unternehmens, werden die Betroffenen bis heute nicht ordnungsgemäss über Expansionsprojekte und Umsiedlungen informiert und konsultiert.

Vor Beginn der Xstrata-Generalversammlung wendeten sich die GfbV, MultiWatch und die ask mit einer symbolischen Aktion an die eintreffenden Aktionärinnen und Aktionäre. Oscar Mollohuanca wohnte sodann der Generalversammlung bei, informierte die Aktionärinnen und Aktionäre über die Missstände in Espinar und forderte die Xstrata-Spitze zum Handeln auf.


Gemeinsame Medienmitteilung von GfbV, Multiwatch und ask!

Die Aktion wurde unterstützt von: Solidaritätsgruppe Schweiz-Peru, Bethlehem Mission Immensee, Amnesty International Hochschulgruppe Bern, Verein infoe, Guatemalanetz.