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Newsletter 472
14.10.2009
Neue Unrechtsprozesse gegen 14 Uiguren in China:
Welle von Todesurteilen befürchtet
Am heutigen Mittwoch wurden nach Informationen der Gesellschaft für
bedrohte Völker (GfbV) Gerichtsverfahren gegen 14 Uiguren in
Xinjiang/ Ostturkestan eröffnet. Den Angeklagten wird vorgeworfen,
im Juli 2009 in die Proteste im Nordwesten Chinas verwickelt gewesen
zu sein.
"Wir befürchten eine neue Welle von Todesurteilen", erklärte die
GfbV am Mittwoch. "Auch diese Uiguren werden in geheimen
Schnellverfahren abgeurteilt, die allen international anerkannten
Rechtsnormen widersprechen. Hier wird nicht Recht gesprochen,
sondern willkürlich allein aufgrund ethnischer Abstammung
kriminalisiert." Sechs Uiguren wurden bereits am vergangenen Montag
wegen ihrer Beteiligung an den Unruhen zum Tode verurteilt. Ein
weiterer erhielt lebenslange Haft. Mindestens 718 Uiguren mussten
sich wegen ihrer Teilnahme an den Demonstrationen im Sommer noch vor
Gericht verantworten.
"Nach den Feiern zum 60-jährigen Bestehen der Volksrepublik werden
die chinesischen Machthaber nun keine Rücksicht mehr nehmen und mit
aller Härte Uiguren abstrafen", sagte die GfbV. Offenbar nimmt
Peking dabei auch neue Proteste gegen seine Willkürjustiz in Kauf,
die die Spannungen zwischen Uiguren und eingewanderten Han-Chinesen
in Xinjiang weiter schüren. Keine andere Volksgruppe in China leidet
so sehr unter der exzessiven Verhängung der Todesstrafe wie die
Uiguren. Seit 1997 sind mehr als 720 Uiguren aus politischen Gründen
hingerichtet worden.
Dossier China
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