Newsletter 471
14.10.2009



Frankfurter Buchmesse: GfbV veröffentlicht Report über verfolgte Autoren aus China

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) veröffentlicht heute den Menschenrechtsreport „Verfolgte Autoren in China: Freiheit des Wortes für Uiguren, Tibeter, Mongolen und Han-Chinesen“. Der Hintergrundbericht dokumentiert das Schicksal von 130 Dichtern, Essayisten und Internet-Autoren, die alle bereits mindestens einmal wegen ihres Engagements in Haft waren.

Die Frankfurter Buchmesse präsentiert dieses Jahr China als Ehrengast und erlaubt damit den chinesischen Machthabern, sich als weltoffenes Land der Kultur und der Literatur dazustellen. In Frankfurt werden mehr als fünfzig Autorinnen und Autoren aus China auftreten. Nicht nach Frankfurt reisen können jene 64 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die am 1. Oktober in Haft waren. 46 der Verhafteten sind Han-Chinesen, 11 Tibeter und sechs Uiguren, dazu kommt ein Autor mongolischer Abstammung. Nach den Unruhen in Tibet im Frühjahr 2008 und den Protesten von Uiguren im Juli 2009 hat die Verfolgung von tibetischen und uigurischen Schriftstellern zugenommen. Der jüngste dokumentierte Fall betrifft den uigurischen Internet-Autoren und Herausgeber einer kritischen Internetseite, Dilixiati Paerhati. Er wurde am 7. August 2009 in einem Auto entführt. Seither fehlt von ihm jedes Lebenszeichen. Er war in den Tagen zuvor mehrmals von Polizisten verhört worden.

Der Report dokumentiert auch das Schicksal von 66 weiteren Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die in den vergangenen Jahren wegen ihres literarischen und politischen Engagements im Gefängnis sassen und zurzeit mehr oder weniger in Freiheit leben. Viele von ihnen werden noch immer von der Staatssicherheit bedrängt, eingeschüchtert und willkürlich verfolgt.

Die meisten der 130 erwähnten Autorinnen und Autoren sind Mitglieder des „Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrums“. Mehr als die Hälfte der Mitglieder dieser Nichtregierungsorganisation leben in der Volksrepublik China und nicht im Exil.



Download GfbV-Report

Dossier China
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