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Newsletter 469
30.09.2009
60 Jahre Volksrepublik China: Kein Grund zum Feiern
für nationale Minderheiten und religiöse Gemeinschaften
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert anlässlich der
Feiern zum 60. Gründungstag der Volksrepublik China eine
glaubwürdige Nationalitäten- und Religionspolitik. Sowohl nationale
Minderheiten wie auch religiöse Gemeinschaften können sich nicht
frei entfalten.
Besonders gespannt ist die Lage in den Provinzen Tibet und
Xinjiang/Ostturkestan. Dort können jederzeit neue
Auseinandersetzungen zwischen der lokalen Bevölkerung und
eingewanderten Han-Chinesen ausbrechen. Noch immer setzt Chinas
Führung gegenüber Tibetern, Uiguren und Mongolen auf eine Politik
der Kolonisierung und Gewalt, die langfristig die Stabilität des
Landes bedroht. Dabei machen die Siedlungsgebiete dieser drei
Nationalitäten fast die Hälfte des Staatsgebietes aus und sind
bedeutende Rohstofflieferanten für Chinas Wirtschaft.
Neben den nationalen Minderheiten stehen auch die religiösen
Minderheiten unter masssivem Druck und sind einer umfassenden
Kontrolle unterworfen. Die verfassungsrechtlich garantierte
Glaubensfreiheit ist vielen Gemeinschaften immer noch verwehrt, so
den Anhängern der protestantischen Hauskirchen, so der nicht
offiziell anerkannten katholischen Kirche, den muslimischen Imamen
und den buddhistischen Mönchen, sowie den Anhängern der
Meditationsbewegung Falun Gong.
Die schillernden Fassaden neuer Hochhäuser und der Wirtschaftsboom
können nicht darüber hinwegtäuschen, dass China von
Rechtsstaatlichkeit und Demokratie noch weit entfernt ist. Dies
zeigten auch das brutale Vorgehen der chinesischen Führung gegen die
Demokratiebewegung und die Unterdrückung der Internetfreiheit.
Dossier China
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