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Newsletter 451
03.08.2009
Nach den Unruhen in Xinjiang/Ostturkestan: China
diffamiert uigurische Menschenrechtler
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat der chinesischen
Regierung am Montag vorgeworfen, systematisch uigurische
Menschenrechtler mit Falschmeldungen in internationalen Medien zu
diffamieren. Ziel der Angriffe seien vor allem der in München
ansässige Weltkongress der Uiguren und seine Präsidentin Rebiya
Kadeer. Die GfbV kritisiert, dass mit der Diffamierung der
bedeutendsten Stimme der muslimischen Minderheit im Exil weder dem
Frieden in Xinjiang/Ostturkestan noch dem Ausgleich zwischen den
Bevölkerungsgruppen im Nordwesten Chinas gedient sei.
Chinesische Medien
hatten zuvor berichtet, der Weltkongress der Uiguren habe nach
Ausbruch der Unruhen Anfang Juli 2009 den Dalai Lama in einer E-Mail
am 14. Juli um Unterstützung gebeten. Ein entsprechendes Hilfegesuch
wurde von den Uiguren jedoch niemals an das weltliche und religiöse
Oberhaupt der Tibeter gerichtet. Auch das Büro des Dalai Lama
stellte inzwischen klar, das keine entsprechende authentische
Botschaft von der Organisation in Dharamsala/Indien eingegangen ist.
Als falsch stellten sich auch Berichte heraus, die Münchener
Organisation wolle mit einer Delegation von 15 Uiguren zu den vom
16. bis 26. Juli 2009 in Taiwan organisierten "Weltspielen" reisen,
um während der Sportveranstaltungen gegen Menschenrechtsverletzungen
in China zu protestieren. Genauso falsch war die Behauptung, Frau
Kadeer sei am 27. Juli 2009 ein Indien-Visum verweigert worden.
Weder plante sie eine Reise nach Indien noch war ein Visum beantragt
worden.
Am heutigen Montag berichtete schliesslich die staatliche
Nachrichtenagentur Xinhua, Kadeers Tochter Roxingul, ihr Sohn Khahar
und ihr jüngerer Bruder Memet hätten Rebiya Kadeer in einem Brief
beschuldigt, für den Tod von vielen unschuldigen Menschen bei den
Unruhen im Juli verantwortlich zu sein. Da der Brief in der Sprache
der staatlichen Propaganda verfasst ist, ist nach Ansicht der GfbV
davon auszugehen, dass der Brief ebenfalls eine Falschmeldung ist
oder aber unter massivem Druck auf die Familienangehörigen zustande
gekommen ist. Fünf von Kadeers elf Kindern leben noch immer in China
und werden von den chinesischen Behörden regelmässig eingeschüchtert
und bedroht. Zwei ihrer Söhne sind im Rahmen von Sippenhaft zu
langjährigen Haftstrafen in China verurteilt worden, um ihre Mutter
mundtot zu machen.
Die GfbV erinnert daran, dass Chinas Aussenministerium bereits im
Dezember 2003 ein Verbot des Weltkongresses der Uiguren in
Deutschland und die Auslieferung seiner Mitglieder nach China
gefordert hat. Deutsche Sicherheitsbehörden haben diese Vorwürfe
immer wieder als haltlos zurückgewiesen und bestätigt, dass sich die
Organisation in Deutschland absolut gesetzestreu verhält.
Dossier China
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