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Newsletter 432
11.06.2009
Bermuda-Inseln haben heute vier Guantanamo-Uiguren
aufgenommen
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüsst die Aufnahme
von vier Uiguren aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo auf den
britischen Bermuda-Inseln. Heute Morgen um 11 Uhr 30 (MEZ) sind vier
Uiguren auf dem Luftweg aus Kuba auf den Bermuda-Inseln
eingetroffen, berichtete die Menschenrechtsorganisation am
Donnerstagnachmittag unter Berufung auf gut informierte Kreise der
Uiguren.
Die Bermuda-Lösung sei zwar auch nicht ideal, aber zumindest sei
ihre Sicherheit dort mehr gewährleistet als in Palau, erklärte die
GfbV. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Volksrepublik China und
der grossen chinesischen Marinepräsenz in der Region könne die
Sicherheit der Flüchtlinge in Palau nicht garantiert werden. In
Palau müssten die Uiguren in ständiger Angst vor einer
Kommando-Aktion Chinas leben, warnte die GfbV. Weder die fernen
US-Truppen, die auf der Pazifik-Insel Guam stationiert seien, noch
das mit Palau befreundete Taiwan böten ausreichende Garantien für
die Sicherheit der ehemaligen Guantanamo-Insassen.
Ausdrücklich bedauerte die GfbV, dass bislang kein Staat, in dem
eine intakte uigurische Gemeinde lebt und sich um die Integration
der Flüchtlinge kümmern könnte, einige der 17 in Guantanamo
festgehaltenen Uiguren aufnehmen wolle. Weder Deutschland noch
Belgien, Frankreich, Norwegen, die Türkei noch die Schweiz
hätten sich dazu bereit erklärt. "Integration ist aber besonders
wichtig, um diesen schwer traumatisierten Menschen Halt zu geben und
sicher zu stellen, dass von ihnen auch in Zukunft kein
Sicherheitsrisiko ausgeht", erklärte die GfbV. Auf den
Bermuda-Inseln lebten keine Uiguren, sowohl die Kultur als auch die
Lebensumstände seien den Neuankömmlingen vollkommen fremd.
In dem vor der US-Ostküste gelegenen britischen Krongebiet
Bermuda-Inseln leben rund 65'000 Menschen. Das vor allem bei
US-Urlaubern beliebte britische Überseegebiet umfasst rund 150
Koralleninseln, von denen viele unbewohnt sind. Grossbritannien ist
in dem nur 54 Quadratkilometer grossen Gebiet durch einen Gouverneur
vertreten.
Dossier China
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