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Newsletter 388
9.12.2008
Afghanistan droht Hungersnot: Terrorüberfälle und Wintereinbruch
gefährden humanitäre Versorgung
Die Gesellschaft
für bedrohte Völker (GfbV) warnt vor drohenden Engpässen bei der
humanitären Versorgung von 8,4 Millionen auf Nahrungsmittelhilfe
angewiesenen Menschen in Afghanistan. Überfälle auf Hilfskonvois in
Afghanistan und Pakistan sowie der frühe Wintereinbruch machen eine
Versorgung der Not leidenden Bevölkerung immer schwieriger.
Afghanistan droht ein Hunger-Winter.
Die Zahl der Übergriffe auf Helfer hat sich innerhalb eines Jahres
verdoppelt. Seit Januar 2008 sind 30 Helfer getötet und weitere 80
Mitarbeiter von Hilfsorganisationen entführt worden. Allein 26
Hilfskonvois des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen sind
überfallen worden. Dabei sind Hilfsgüter vernichtet worden, mit
denen 100'000 Menschen einen Monat lang hätten versorgt werden
können.
Nach dem Kältetod von 2'000 Afghanen im vergangenen Winter droht nun
noch mehr Menschen der Tod, da die Strassen unsicherer geworden und
viele Strecken durch Schneefälle kaum noch passierbar sind.
Die verarmte Landbevölkerung ist jedoch noch mehr auf Hilfsgüter
angewiesen, weil eine Dürre in Zentral- und Nordafghanistan die
Weizenernte landesweit um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr
schrumpfen lassen hat. Die Menschen brauchen dringend auch mehr
Futtermittel für ihr Vieh. In den beiden vergangenen harten Wintern
sind1,5 Millionen Tiere (rund zehn Prozent des Viehbestands
Afghanistans) vor allem aufgrund des Futtermangels elendig zugrunde
gegangen.
Die Taliban wollen die Versorgung Afghanistans um jeden Preis
unterbinden. Taliban-Kämpfer machen keinen Unterschied zwischen
Konvois mit Hilfsgütern für die Zivilbevölkerung und Transporten mit
Nachschub für die in Afghanistan stationierten ausländischen Truppen
(ISAF). Am 1. Dezember wurden bei einem Angriff auf ein
Nachschubzentrum der ISAF in der pakistanischen Stadt Peshawar zwei
Menschen getötet und ein Dutzend Lastwagen zerstört.
Rund 75 Prozent des Nachschubs werden über Pakistan abgewickelt und
müssen mit Lastwagen über die Bergpässe Khyber und Chaman
transportiert werden. Auf diesen Routen sind mehr als 100
Lastwagenfahrer seit Januar 2007 getötet und 25 Fahrer seit Mitte
Oktober
2008 entführt worden. Zuletzt sind am 10. November zwölf Lastwagen
mit Hilfsgütern des Welternährungsprogramms am Khyber Pass
geplündert worden.
Dossier Afghanistan
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