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Newsletter 382
09.10.2008
US-Berufungsgericht stoppt Freilassung von 17 in
Guantanamo festgehaltenen Uiguren aus China
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat der US-Regierung
vorgeworfen, die Menschenrechte unschuldiger Opfer ihres "Kampfes
gegen den Terror" vorsätzlich grob zu verletzen. Auf Antrag der
US-Regierung hatte ein Berufungsgericht heute die Freilassung der
uigurischen Gefangenen, die am Dienstag von einem US-Bundesrichter
angeordnet worden war, vorerst gestoppt.
"Es ist eines demokratischen Staates unwürdig, wie Washington
die Freilassung der 17 Uiguren von Guantanamo blockiert",
kritisierte die GfbV am Donnerstag. Der Rechtsanwalt des
US-Justizministeriums, John C. O´Quinn, hatte der geplanten
Freilassung der Gefangenen mit dem Argument widersprochen, dass eine
solche Entscheidung die Beziehungen zu anderen Staaten gefährden
könne. Er spielte damit auf die Forderung Chinas an, die Uiguren
unverzüglich in die Volksrepublik abzuschieben. Dem
US-Justizministerium soll nun die Möglichkeit gegeben werden,
innerhalb einer Woche stichhaltige Argumente vorzulegen, warum die
Freilassung der 17 Uiguren aus Guantanamo nicht rechtens sei.
"Das US-Justizministerium hat eine seltsame Rechtsauffassung, wenn
es eine Haft ohne stichhaltigen strafrechtlichen Grund nur mit dem
Verweis auf die aussenpolitischen Beziehungen durchsetzen möchte",
erklärte die GfbV. Am 30. September hatte das US-Justizministerium
erklärt, dass die in Guantanamo festgehaltenen Uiguren nicht als
"feindliche Kämpfer" anzusehen seien.
Mit ihrer Verhaftung und Verbringung nach Kuba wurden die 17
Angehörigen der Minderheit aus China quasi zu "Staatenlosen" gemacht
und ihr Leben zerstört. In ihre Heimat können diese Männer niemals
mehr reisen, da ihnen dort Folter und Todesstrafe drohen. Aber auch
kein anderer Staat will sie aus Angst vor der Reaktion der
chinesischen Regierung aufnehmen. Doch statt sich bei diesen Opfern
des Antiterror-Kampfes und ihren Familien für die jahrelange Haft
und für Menschenrechtsverletzungen in Guantanamo zu entschuldigen,
verweigert die US-Regierung diesen Gefangenen jede menschenwürdige
Behandlung.
Dossier China
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