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Newsletter 348
13.05.2008
Politiker meiden Kontakt mit Dalai Lama:
"Armutszeugnis" für Europas Menschenrechtspolitik
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat am Dienstag
kritisiert, dass Europas Spitzenpolitiker den Kontakt mit dem Dalai
Lama meiden. Niemals zuvor seien in den letzten 20 Jahren so viele
Menschenrechtsverletzungen an Tibetern begangen worden. Die GfbV
forderte von Europas Politikern mehr Standvermögen gegenüber Peking.
"Es ist ein Armutszeugnis für Europas Menschenrechtspolitik, dass
weder der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier, noch der
deutsche Bundespräsident Horst Köhler Zeit finden, um das Oberhaupt
der Tibeter bei seinem am Freitag beginnenden Deutschlandbesuch zu
empfangen", erklärte die GfbV.
Auch die Aussenminister der Europäischen Union (EU) verwarfen den
Plan, sich unmittelbar von dem Dalai Lama bei ihrem
Ministerratstreffen über die Lage in Tibet und den Fortgang der
Gespräche mit der chinesischen Führung informieren zu lassen. Die
amtierende slowenische EU-Ratspräsidentschaft erteilte
entsprechenden Vorschlägen eine deutliche Absage, um nicht Chinas
Führung zu verärgern. So erklärte der slowenische Aussenminister
Dimitrij Rupel am 19. April 2008 einem Sondergesandten der
chinesischen Regierung, die EU beabsichtige nicht, den Dalai Lama zu
einem Ministerratstreffen einzuladen.
Auch Grossbritanniens Premierminister Gordon Brown kündigte am
Wochenende mit Rücksicht auf die Olympischen Spiele 2012 in London
an, er werde das religiöse und weltliche Oberhaupt am 23. Mai 2008
in London nur ausserhalb seines offiziellen Dienstsitzes in seiner
Funktion als religiöser Würdenträger empfangen. Brown hatte sich in
den letzten Wochen schon dadurch hervorgetan, dass er besonders
eilfertig jedes Fernbleiben europäischer Politiker an der
Eröffnungszeremonie der Olympiade in Peking am 8. August 2008
kategorisch ablehnte.
Dossier China
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