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Newsletter 344
25.04.2008
Appell an Interpol: Lassen Sie sich nicht für
Chinas Antiterror-Krieg missbrauchen!
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat am Freitag an die
Internationale kriminalpolizeiliche Organisation (Interpol)
appelliert, sich nicht für Chinas Antiterror-Krieg missbrauchen zu
lassen, und hat Terrorvorwürfe Pekings gegen Uiguren als übertrieben
zurückgewiesen.
"Regelmässig versuchen chinesische Behörden, Angehörige der
muslimischen Volksgruppe der Uiguren zu diskreditieren und als
"Terroristen" zu kriminalisieren", berichtete die GfbV. Doch alle
Vorwürfe der vergangenen beiden Monate, Uiguren hätten
Flugzeugentführungen vorbereitet und sich Feuergefechte mit
chinesischen Sicherheitskräften geliefert, hätten sich als
unglaubwürdig erwiesen.
Interpol-Chef Ronald Noble hatte am Freitag in Peking bei einer
Sicherheitskonferenz erklärt, es sei "sehr wahrscheinlich", dass
Terrorgruppen während der Olympischen Spiele im Sommer 2008
Anschläge planten. Chinas Behörden hatten daraufhin nochmals ihre
Vorwürfe gegen Uiguren bekräftigt.
Seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 diffamiert China
uigurische Menschenrechtler systematisch als "Terroristen" und
versucht immer wieder, die Verfolgung der Uiguren als Beitrag zum
weltweiten Kampf gegen den Terrorismus darzustellen. Doch in der
Provinz Xinjiang, die die Uiguren Ostturkestan nennen, würden nicht
muslimische Extremisten, sondern Menschen bekämpft, die friedlich
für ihre grundlegenden Menschenrechte eintreten, sagte die GfbV. Es
sei ein hausgemachter Konflikt, der mit internationalem Terrorismus
nichts gemeinsam habe.
Die rund zehn Millionen Uiguren im Nordwesten der Volksrepublik
werden unter allen 56 ethnischen Minderheiten in China am meisten
verfolgt. Mehr als 700 Uiguren wurden seit 1997 unter dem
Deckmanterl der Bekämpfung von "Separatismus" und "Terrorismus" zum
Tode verurteilt und hingerichtet.
Dossier China
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