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Newsletter 342
11.04.2008
China liefert neue Hightech-Waffen an den Sudan
und schürt so den Krieg in Darfur
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat China am Freitag
vorgeworfen, den Sudan mit neuen Waffenlieferungen hochzurüsten und
so den Krieg in Darfur zu schüren. So habe China in den letzten
Monaten mindestens sechs A-5 Kampfjets sowie FN-6
Boden-Luft-Lenkwaffensysteme an den Sudan geliefert. Dies belegten
einem Bericht des Herausgebers der kanadischen Zeitschrift Kanwa
Defense Review Monthly zufolge Satellitenaufnahmen sudanesischer
Luftwaffenbasen sowie die Auswertung von Videomaterial von
Militärparaden.
"China beansprucht zwar einen Status als Weltmacht, übernimmt aber
keine Verantwortung für die Eindämmung des schlimmsten Völkermordes
der Gegenwart", kritisierte die GfbV. "Mit der Lieferung neuer
Kampfflugzeuge ermöglicht die Volksrepublik China dem Sudan, seine
menschenverachtenden Bombardements der Zivilbevölkerung in Darfur
auszuweiten." Bislang waren alte Antonow-Transportflugzeuge aus
sowjetischer Produktion für die Zerstörung hunderter Dörfer im
Westen des Sudan eingesetzt worden. Bei solchen Luftangriffen waren
zuletzt im Februar/März 2008 mehr als 100 Dorfbewohner getötet und
30'000 Menschen vertrieben worden.
Noch im März 2008 hatte das chinesische Aussenministerium geleugnet,
für die Bewaffnung des Sudan verantwortlich zu sein. Doch 2004 bis
2006 soll die Volksrepublik leichte Waffen im Wert von 55 Millionen
US-Dollar an den Sudan verkauft haben. Dies seien 90 Prozent der vom
Sudan in diesem Zeitraum importierten leichten Waffen gewesen, wurde
Peking vorgeworfen.
China gilt als engster Verbündeter der sudanesischen Regierung in
Khartum. Zwei Jahre nach Beginn des Genozids in Darfur hatten China
und der Sudan im Jahr 2005 ein Militärabkommen abgeschlossen, das
Militärhilfe und Rüstungslieferungen im Wert von 80 Millionen
US-Dollars umfasste. Im Gegenzug ist China heute der wichtigste
Handelspartner des Sudan. Zwei Drittel seiner Exporterlöse werden
mit der Volksrepublik erzielt. Rund 80 Prozent des im Sudan
geförderten Öls werden nach China ausgeführt.
"Als Gegenleistung deckt Chinas Führung systematisch die
Verantwortlichen der Gräueltaten in Darfur", erklärte die GfbV. "Mit
allen Mitteln verhindert Peking, dass Sanktionen gegen den Sudan
verhängt werden und der politische Druck auf Khartum verstärkt
wird." Im Vorfeld der Olympischen Spiele betone China sein
Engagement für Frieden in Darfur, lasse den Worten jedoch keine
Taten folgen.
Kampagne zu Darfur
Dossier China
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