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Newsletter 340
07.04.2008
Olympische Charta muss geändert werden: Kein
Maulkorb für Athleten!
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat am Montag eine
Änderung der Olympischen Charta gefordert, damit Sportler ihren
Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in China während der
Olympischen Spiele in Peking ungestraft ausdrücken können.
"Wer bei der Vergabe der Olympiade keine Menschenrechts-Standards
berücksichtigt, darf Sportlern, die ihre Besorgnis über
Menschenrechtsverletzungen äussern wollen, keinen Maulkorb verpassen
und sogar mit Ausschluss von den Wettkämpfen drohen", erklärte die
GfbV. Damit würde die Meinungsfreiheit der Athleten massiv
eingeschränkt.
Das IOC hatte am Sonntag zum Auftakt einer einwöchigen Sitzung in
Peking nochmals die Auswahl der chinesischen Hauptstadt als
Austragungsort für die Olympischen Spiele 2008 bekräftigt. Zugleich
hatten Sport-Funktionäre betont, dass schon das Tragen eines Arm-
oder Stirnbandes als Verstoss gegen Regel 51 der Olympischen Charta
gewertet und Sanktionen nach sich ziehen werde.
Im Vorfeld der Olympiade habe China seine Verfolgung nicht nur in
Tibet, sondern auch im benachbarten Xinjiang (Ostturkestan)
verstärkt und Hunderte von Falun-Gong-Anhängern verhaftet,
kritisierte die GfbV. "Wenn der Chef der
IOC-Koordinierungskommission Hein Verbruggen den chinesischen
Gastgebern gestern eine "goldmedaillenreife Leistung" bescheinigte,
dann ist dies ein Schlag ins Gesicht der Opfer von Chinas jüngster
Repression." Dabei helfe es wenig, dass IOC-Präsident Jacques Rogge
jetzt plötzlich sein Herz für die Tibeter entdecke und seine
Besorgnis über die Lage in der Heimat des Dalai Lama äussere. "So
eine Reaktion hätten wir von Rogge schon vor vier Wochen zu Beginn
der blutigen Niederschlagung der Proteste in Tibet erwartet, als
chinesische Militärkonvois in Lhasa einfuhren."
Dossier China
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