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Newsletter 335
17.03.2008
China verschärft Repression in Tibet: IOC soll
Menschenrechtsverletzungen in Tibet klar verurteilen
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hatte bereits am
letzten Freitag an den Präsidenten des Internationalen Olympischen
Komitees (IOC) Jacques Rogge appelliert, zur gewaltsamen
Niederschlagung von Protesten buddhistischer Mönche in Tibet nicht
länger zu schweigen. Bislang hat sich das IOC jedoch nicht zur
aktuellen Situation in Tibet geäussert. Die
Menschenrechtsorganisation begrüsst in diesem Zusammenhang die
kritischen Äusserungen von Swiss Olympic-Präsident Jörg Schild
gegenüber dem IOC und ruft Swiss Olympic dazu auf, sich beim IOC
weiterhin mit Nachdruck für ein klares Bekenntnis zur Einhaltung der
Menschenrechte in China einzusetzen.
"Wegschauen und Ignorieren kann nicht die Lösung sein, um in fünf
Monaten "Spiele der Freude" in Peking zu organisieren. Dem IOC droht
ein Debakel, wenn Chinas Behörden auch im August mit Waffengewalt
gegen unbewaffnete buddhistische Mönche vorgehen", erklärte die
GfbV. Rogges Schweigen wirke angesichts der jüngsten Repression in
Tibet unverständlich und seine positive Einschätzung der
gesellschaftlichen Entwicklungen in China werde immer
realitätsfremder. Der IOC-Präsident hatte mehrfach die Erwartung
geäussert, die Lage der Menschenrechte werde sich in China dank der
Olympiade 2008 nachhaltig verbessern.
Die GfbV begrüsst in diesen Zusammenhang die deutlichen Worte von
Swiss Olympic-Präsident Jörg Schild, der vom IOC gefordert hatte,
Farbe zu bekennen und sich kritisch zu den jüngsten Ereignissen zu
äussern. Man könne nicht immer vom Olympischen Geist sprechen und
dann den Dialog nicht suchen, hatte Schild laut einem Bericht von
Punkt.ch gesagt. Die GfbV fordert Swiss Olympic auf, seine
Forderungen an das IOC mit Nachdruck zu verfolgen. China müsse
endlich klar werden, dass auch die Sportwelt die Verletzung der
Menschenrechte der Tibeter und anderer Minderheiten wie z.B. der
Uiguren und der Mongolen in China nicht akzeptiere.
Auch belgische und niederländische Athleten hatten in den
vergangenen Tagen das IOC aufgerufen, sich endlich öffentlich zu den
Menschenrechtsverletzungen in China zu äussern. So hatte der
dreifache niederländische Goldmedaillengewinner, der Schwimmer
Pieter van den Hoogenband, Rogge aufgefordert, für alle Sportler
weltweit die Stimme zu erheben und von Chinas Führung mehr Respekt
für Menschenrechte einzufordern.
Nach Protesten von Mönchen in Tibets Hauptstadt Lhasa anlässlich des
49. Jahrestages des Volksaufstandes gegen die chinesische Herrschaft
über Tibet am 10. März, hat Peking seit letzten Mittwoch die
wichtigsten Klöster in Lhasa und Umgebung von Sicherheitskräften
abriegeln lassen. In Lhasa sind nach Augenzeugenberichten
chinesische Panzer aufgefahren. Bis zu 80 Personen sollen bei der
gewaltsamen Auflösung der Proteste ums Leben gekommen sein. In den
Klöstern werden die Mönche von Sicherheitskräften verhört, um alle
Teilnehmer an den öffentlichen Protesten zu bestrafen. Trotz der in
den letzten Jahren systematisch betriebenen Gleichschaltung der
Klöster und der Einsetzung regimetreuer Äbte gibt es einige Mönche,
die mit Hungerstreiks gegen die gewaltsame Niederschlagung ihrer
friedlichen Proteste begonnen haben.
Dossier China
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