Newsletter 333
07.03.2008


Internationaler Frauentag (8. März): Bedrückende Schicksale von Frauen ethnischer und religiöser Minderheiten im Mittelpunkt - GfbV startet China-Olympia-Kampagne

Mit bedrückenden Schicksalen von Frauen ethnischer und religiöser Minderheiten in China startet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) anlässlich des Internationalen Frauentages (8. März) ihre China-Olympia-Kampagne. "Im Vorfeld der Olympischen Spiele hat Peking seine Repression deutlich verschärft", erklärte die Menschenrechtsorganisation am Freitag und forderte das Internationale Olympische Komitee dazu auf, vor den schweren Menschenrechtsverletzungen nicht die Augen zu verschliessen. Fast jede Woche würden Christinnen, Falun-Gong-Anhängerinnen, tibetische, uigurische und mongolische Frauen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer ethnischen Abstammung verhaftet, misshandelt oder in Arbeitslager eingewiesen.

Als Beispiel dafür, wie sehr die Verfolgung von gläubigen Christen, die nicht den beiden offiziellen Staatskirchen angehören, in der Zeit vor den Olympischen Spielen zugenommen hat, schildert die GfbV mehrere Fälle von brutalen Festnahmen, Misshandlungen und Inhaftierungen. So wurden 39 Frauen am 12. Februar 2008 in der Provinz Shandong bei einem Bibelkurs der offiziell nicht zugelassenen protestantischen Hauskirchen verhaftet. Ihr Verbleib ist bis heute ungeklärt. In der Provinz Yunnan wurden zehn Tage zuvor die 55 Jahre alte Christin Meng Xiu Lan und die 53-jährige Zhou Cheng Xiu festgenommen, weil sie Weihnachtskarten verteilten. Auf der Polizeiwache wurden sie nackt ausgezogen und später in Handschellen in ihre Wohnungen gebracht. Dort wurden Bibeln, Liederbücher und christliche Kalender beschlagnahmt. Die 54 Jahre alte Liang Guihua wurde am 23. Januar 2008 bei Misshandlungen im Polizeipräsidium im Xishan Distrikt in der Provinz Yunnan schwer verletzt. Die Christin wurde von Polizisten gegen die Wand geschleudert und verlor das Bewusstsein. Bei ihr wurden Bibeln beschlagnahmt.

Dramatisch ist nach Informationen der GfbV auch das Schicksal von 8'000 uigurischen Frauen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren, die aus ihrer Heimat Osturkestan/Xinjiang im Westen des Landes weit in den Osten Chinas verfrachtet wurden. Dort müssen sie unter unmenschlichen Bedingungen in Fabriken Zwangsarbeit zu leisten. Um die uigurische Menschenrechtsaktivistin Rebiya Kadeer einzuschüchtern, wurden ihre Söhne zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Auch in der Inneren Mongolei gibt es Sippenhaft gegen mongolische Regimekritiker. So wird die Frau des inhaftierten Verlegers Hada immer wieder eingeschüchtert und verhaftet, weil sie öffentlich Freiheit für ihren zu 15 Jahren Haft verurteilten Ehemann fordert. In Tibet werden buddhistische Nonnen in den Gefängnissen noch immer gefoltert. Weibliche Gefangene werden oft Opfer sexueller Gewalt. Besonders Falun Gong-Praktizierende leiden unter Folter und willkürlicher Verhaftung.


Dossier China
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