Newsletter 243
04.10.2005


Die Menschenrechte in Afghanistans Dörfer bringen
Unterstützen Sie die
Kampagne der GfbV!


Die Lage in Afghanistan steht nicht mehr zuoberst auf der Medienagenda. Öffentliche Exekutionen in Fussballstadien und Frauen, die gesteinigt werden, gibt es nicht mehr. Das menschenverachtende Regime der Taliban wurde entmachtet. Seit der Intervention der alliierten Streitkräfte unter der Führung der USA im Oktober 2001 haben sich jedoch die Lebensumstände der afghanischen Bevölkerung nicht wesentlich verbessert. 

Es herrscht grosse Armut, das Bildungs- und Gesundheitswesen liegt am Boden, vor allem in ländlichen Gebieten. Immer noch gibt es Tausende von Flüchtlingen. Abgesehen von einigen positiven Entwicklungen wie der Verabschiedung einer neuen Verfassung im Januar 2004 und der Durchführung der ersten demokratischen Präsidentschaftswahlen im Oktober 2004 geben vor allem die anhaltend schlechte Sicherheitslage und weit verbreitete Menschenrechtsverletzungen zur Sorge Anlass.

Kriegsfürsten beherrschen das Land
Insbesondere ausserhalb der Hauptstadt Kabul bleibt die Sicherheitslage prekär. Kriegsfürsten, Drogenbarone und bewaffnete Gruppierungen dominieren den Grossteil des Landes und setzen ihre Machtansprüche mit Gewalt durch. Soldaten und Polizisten beteiligen sich an Entführungen, Exekutionen, Folter und Menschenhandel. Strafverfolgung müssen sie nicht befürchten. Das Justizwesen funktioniert nur ungenügend. Wegen der schlechten Sicherheitslage haben sich die meisten internationale Organisationen in die grossen Städte zurückgezogen. 

Frauen und Mädchen besonders betroffen
Afghanische Frauen und Mädchen sind von der anhaltenden Gesetzlosigkeit besonders stark betroffen. Viele Frauen wagen es nicht, ohne Verschleierung ihre Häuser zu verlassen. Vergewaltigungen und Entführungen von Frauen und Mädchen durch lokale Milizen oder Polizeikräfte gehören vielerorts zur Tagesordnung. Vor allem in ländlichen Gebieten führt die kritische Menschenrechtslage dazu, dass viele Mädchen nicht zur Schule gehen, Frauen nicht arbeiten und sich politisch nicht engagieren können. 

Nichtwissen macht verletzlich
In der afghanischen Gesellschaft ist das Wissen über die Bedeutung der Menschenrechte im Allgemeinen wenig verbreitet. Viele Menschen, besonders auf dem Land, wissen nicht, dass sie Rechte haben. Gerade Frauen und Mädchen sind kaum informiert und können sich im Falle einer Verletzung ihrer Rechte nicht zur Wehr setzten. 

Hilfe für Afghanen in Afghanistan und der Schweiz
Seit Jahren engagiert sich die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) für afghanische Kriegsopfer. Mehrere Spendenaufrufe der GfbV zugunsten des Aufbaus von Spitälern und Schulen der Paul-Grüninger-Preisträgerin Dr. Sima Samar haben der afghanischen Bevölkerung konkrete Hilfe und Hoffnung gebracht. 

Viele Afghanen sind vor dem Krieg ins Ausland geflüchtet. Auch in der Schweiz gibt es immer noch viele Menschen, die aufgrund der anhaltend schlechten Sicherheitslage nicht nach Hause zurückkehren können oder möchten. Die GfbV hat sich bei den Schweizer Behörden wiederholt dafür eingesetzt, dass afghanische Flüchtlinge in der Schweiz nicht zwangsweise nach Afghanistan zurückgeschafft werden, solange sich die Sicherheitssituation nicht deutlich verbessert. Die GfbV hat sich auch zur Frage der Verwendung von Waffen mit abgereichertem Uran geäussert und den Bundesrat aufgefordert, Massnahmen für den Schutz der betroffenen Bevölkerung und des Schweizer Personals vor Ort abzuklären. 

Das Verständnis für Menschenrechte fördern
Die GfbV unterstützt und begleitet zudem das Zivilgesellschafts- und Menschenrechtsnetzwerk CSHRN, das aus 30 afghanischen Menschenrechts-, Frauen- und humanitären Organisationen besteht. Dieses Netzwerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Verständnis der afghanischen Bevölkerung für die Menschenrechte zu fördern. Einen wichtigen Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet insbesondere die Vermittlung von Wissen über die Rechte afghanischer Frauen. Das Netzwerk bildet eine grosse Zahl von engagierten Menschenrechtsaktivisten aus, welche ihr Wissen in den Provinzen weitergeben. So werden die Menschenrechte in die Dörfer getragen. Die Mitarbeitenden des Netzwerkes verrichten ihre Arbeit oftmals unter Lebensgefahr. Es sind mutige Frauen und Männer, die sich für den Wiederaufbau ihres Landes einsetzen. 

Durch die Unterstützung von Projekten vor Ort und Sensibilisierungsarbeit in der Schweiz setzt sich die GfbV für eine Stärkung der Menschenrechte und eine friedliche Entwicklung Afghanistans ein.

Helfen Sie mit, die Menschenrechte in Afghanistans Dörfer zu bringen. Mit Ihrem Beitrag unterstützen Sie die Bemühungen der GfbV und ihrer afghanischen Partnerorganisationen um eine nachhaltige Verbesserung der Menschenrechtssituation in Afghanistan. Mit Ihrer Spende oder Mitgliedschaft ermöglichen Sie auch unsere Menschenrechtsarbeit weltweit.

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Spenden mit dem Vermerk "Menschenrechtsbildung Afghanistan" auf Konto 30-27759-7, Gesellschaft für bedrohte Völker, 3014 Bern.


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